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Kunst und Theater

Full text: Neu-Berlin / Edel, Edmund

Kunst und Theater.

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Alles, was einen Namen hat in der Welt, kommt nach Berlin, um sich einem P. T. Publiko verehrlichst vorzuführen. Und alles, was noch keinen Namen hat, kommt ebenfalls nach Berlin, um von da aus wie von einem Sprungbrett in die weite Welt zu hopsen. Die blonden und die schwarzen Damen, die jungen Künstler mit den langen Locken, die Engländer, die Franzosen, die Dänen, die Schweden, die Polen und die vielen Russen und vor allem die große Anzahl Amerikaner erwarten klopfenden Herzens die gedruckten Kritiken in den Zeitungen, um mittels dieser Zeugnisse in ihren beheimateten Ländern Furore machen zu können.

Und der gute Berliner läuft zu allen diesen Veranstaltungen, meistens auf Freibillets, aber er leistet sich auch eine bezahlte Eintrittskarte, wenn ihn bedeutende musikalische Ereignisse locken, wie die großen Philharmonischen Orchesterabende und ähnliche Veranstaltungen.

In den Gesellschaften und in den Familienzirkeln wird unheimlich viel Musik gemacht, eine Beschäftigung, die in dem letzten Jahrzehnt allerdings durch andere Tätigkeiten, mit denen sich die Töchter und die Söhne besaßt haben, etwas eingeschränkt worden ist.

Überhaupt ist im allgemeinen der Berliner ein sanges-froher und lustiger Geselle und die Gassenhauer, die bei uns geboren werden, ziehen über die ganze Erde.

In den letzten Jahren sind von den Berlinern für die Kunst sehr große Summen geopfert worden und die rege Unternehmungslust, diese besondere Eigenschaft des Reichshauptstädters, hat sich auch der Kunst bemächtigt. Davon zeugen die vielen neuen Theatergründüngen, für die gerade in Berlin immer wieder Geld zu finden ist.
        
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