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Kunst und Theater

Full text: Neu-Berlin / Edel, Edmund

Kunst und Theater.

Der Berliner hat von jeher sehr viel dafür übrig gehabt, seine Mußestunden durch künstlerische Darbietungen verschönern zu lassen. Immer haben wir gute Theater gehabt und die Aufführungen erfreuten sich in der Welt eines ausgezeichneten Rufes. Aber in dem letzten Jahrzehnt hat das Theaterwesen einen unerhörten Aufschwung genommen und die Manie, neue Mufentempel zu gründen, hat alle Kreise ergriffen. Das Beispiel des ingeniösen und großzügigen Max Reinhardt ließ viele mehr oder weniger bedeutende und auch ganz unbedeutende Schauspieler nicht schlafen und jeder, der imstande war, seine „Schale Haut" im Kaffeehause zu bezahlen und der außerdem Beziehungen zu Leuten hatte, die Geld besorgen konnten, fühlte sich berufen, die Reichshauptstadt mit einem neuen Theaterunternehmen zu beglücken.

So kam es, daß an allen Ecken und Enden und fast in jeder Straße Theater entstanden, von denen allerdings einige wie die Kammerspiele und das Hebbel-Theater architektonisch in höchster künstlerischer Vollendung gebaut sind.

Der Berliner geht abends ins Theater, um sich zu amüsieren. Eine Zeitlang fühlte er sich verpflichtet, auch nach Schluß des Geschäftes seinen Kops anzustrengen,
        
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