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Berliner Karneval

Full text: Neu-Berlin / Edel, Edmund

50	Großstadt-Dokumente	Bd.	50.	Neu-Berlin.

zweitens weil er genug für sein Geld hatte man

mutz so etwas doch einmal gesehen haben. Wer die runde, kleine Frau Meier wäre noch so gerne aus dem Ball geblieben, denn sie fing sich gerade an zu amüsieren, als sie weggehen mutzte.----------------

Der junge, elegante Herr mit dem Monokel im Gesicht, ohne Bart natürlich und mit einer Frackweste angetan, die seinem seligen Herrn Urgroßvater hätte gehören können, stand die ganze Nacht mit den Händen in der Hosentasche und schaute in das Gewühl. Von Zeit zu Zeit nickte er irgend einer kleinen, sützen Frauenerschei-nung loyal zu, und wenn einer seiner Bekannten vorbeikam, zuckte er mit den Achseln und schüttelte blasiert seinen Kops. Um drei Uhr hatte er endlich den großen Entschluß gefaßt. Er tippte einem Freund aus die Schulter:

„Kommen Sie, wir wollen wo anders hingehen. Hier ist es ja oberfaul!" ...

Aber Nelly hatte sich wirklich himmlisch amüsiert. Als sie am nächsten Nachmittag ihre Freundin Ada auf der Tauentzienstraße traf, quoll ihr unschuldsvolles höheres Töchterherzchen über in der Erinnerung an die schöne Vallnacht:

„Denke dir, ein Herr duzte mich immerzu — aber er sprach so komisch — das muß kein Berliner gewesen sein."

„Oder er hat es auf dem Alpenball gelernt," meinte Ada — — und die hatte schon mehr Erfahrung als Nelly.
        
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