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Die Straße Nachmittags in der Leipzigerstraße

Full text: Neu-Berlin / Edel, Edmund

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Großstadt-Dokumente 23b. 50. Neu-Berlin.

müssen. Die kleinen, knatternden, schnaubenden Autos hopsen verwegen durch die Lücken und die Fußgänger wagen mutig ihre Knochen, um die andere Seite der Straße zu erreichen. Und es wogt, und es hastet, es klappert und dröhnt und arbeitet und schafft! Eine einzige große Geschäftsmaschine, ein einziges großes, nie stillstehendes Uhrwerk, in dem das stets sich jungende Leben das Perpendikel ist.

An der Bordschwelle steht der Mann mit dem listigen harten Proletarierkops: „Zehn Pfennje de Rosen — zwee Stück fortt Iroschen — Herr Iras, zu Pfingsten ne Rose für Ihr Freilein Braut jefällig?"

* *

*

Abends am Potsdamer Platz.

Zwischen den Torhäuschen, diesen alten Wahrzeichen einer stillen gemütlichen Zeit, wo den Wünschen der Berliner noch ein Ziel gesetzt wurde, ergießt sich die Welle der Großstadt.

Die Nacht beginnt. Die schimmernden Dünste des vibrierenden Tages lösen sich in das Halbdunkel der Dämmerung aus, einzelne elektrische Flammen spielen als Vorläufer der großen Nachtillumination durch die mattblaue Luft. Die mächtigen Baumgruppen des Leipziger Platzes verdichten sich zu großen Massen, und die alten Denkmalsherren auf den Postamenten verschwinden Konturlos in die ihnen so notwendige Ruhe.

Abend! Friede auf Erden und ein Wimmeln auf dem Potsdamer Platz.

Die Lampen blitzen auf — warmes, violettbraunes
        
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