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Vorwort

Full text: Neu-Berlin / Edel, Edmund

1.0 Großstadt-Dokumente Bd. 50. Neu-Berlin.

wundert sich kein Mensch mehr, wenn jemand so weit von seiner Tätigkeit sein Heim hat, daß er zu Fuß vielleicht zwei Stunden zu gehen hätte.

Mit dieser Ausdehnung der Stadt ging Hand in Hand die Verkehrsmöglichkeit, die in unserem Neuen Berlin unübertroffen ist und anderen Großstädten der Welt als Vorbild gilt.

Unser Straßenbahnnetz, die jetzt allerdings schon wieder rückständige Stadtbahn, deren Eröffnung damals einen Riesenfortschritt bedeutete, und das neueste -unserer Verkehrsmittel, die Hoch- und Untergrundbahn, machten es möglich, daß sich Gegenden der Bebauung öffnen konnten, die ohne eine schnelle Transportmöglichkeit brach hätten liegen müssen.

Das Neue Berlin wuchs in den letzten zwanzig Zähren mit einer immensen Geschwindigkeit und man kann nicht behaupten, daß es jählings in die Höhe geschossen ist, vielleicht wie ein Kind, dessen Glieder in kurzer Zeit plötzlich sich ungeschlacht dehnen. Man kann nicht behaupten, daß dieses Neue Berlin einen ungeschlachten und ungesunden Eindruck macht, kraftvoll steht es da. Überall sind neue, manchmal sogar künstlerisch vollendete Gebäude entstanden, und wenn auch Nörgler von unserem Ungeschmack immer und immer wieder sprechen, so muß man diese darauf hinweisen, daß eine Bevölkerung, die in wenigen Jahrzehnten mit der Kraft ihres Geistes und mit der Arbeit ihrer Hände soviel geschaffen hat wie Groß-Berlin, unmöglich so fein abgestimmt sein kann, wie die von Paris oder London, denen eine Jahrhunderte alte Tradition und Kultur den einmal geschrittenen Weg zeigt. Es ist klar, daß Leute, die den Tag über emsig
        
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