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Vorwort

Full text: Neu-Berlin / Edel, Edmund

Vorwort.

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Überall regte es sich in Berlin. Die Spekulation schoß in die Höhe wie wildes Unkraut aus fett gedüngtem Boden. Männer wie Strousberg, Quistrop und andere rissen die Herrschaft und das Kapital an sich. Alles verdiente mit ihnen. Goldene Berge schmolzen und wie ein goldener Lavastrom floß der Reichtum in alle Taschen der Berliner.

Das war die erste Epoche von Neu-Berlin.

Nach dem großen Krach, der Witte der siebziger Jahre diesem wilden Taumel einer unnatürlichen Geschäftstätigkeit folgte, wurde es für einige Jahre ruhiger. Aber ein neuer Geist war mit den Milliarden eingezogen und die Großstädter, die sich als Einwohner der neuen Reichshauptstadt „fühlten", arbeiteten emsig und jetzt auch mit mehr Bedacht an der Ausgestaltung ihrer Stadt.

Allmählich drängten die Leute aus dem Innern heraus und zogen nach dem Westen. Um die achtziger Jahre herum begann dieser „Zug nach dem Westen". Bald wurde das Zentrum nach Londoner Muster ganz der geschäftlichen Tätigkeit überlassen, dort taten sich die großen Konfektionshäuser aus und die großen Detail-geschäfte, die Hinterhäuser wurden in Fabrikgebäude umgebaut, überall surrte der Treibriemen, und die elektrische Kraft, die den Dampf zu ersetzen anfing, wagte sich schüchtern auch in die Beleuchtung hinein.

Die Berliner, die von der Pariser Weltausstellung im Jahre 1878 zurückkamen, hatten Wunderdinge von der Avenue de l'Opera erzählt, die als erste Straße durch elektrisches Licht erleuchtet war. Ein Detailgeschäft in der Leipziger Straße, ich glaube es war eine Firma Michaelis, hatte zuerst dieses Licht in Berlin angewandt
        
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