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Epilogue

Full text: Lebeweltnächte der Friedrichstadt / Dietrich, Richard

latsimoti

Es ließe sich noch manches sagen über die nächtige Friedrichstadt, über ihr offenes und über ihr verborgenes Treiben. Seit die Klubs, deren Mehrheit heute dem Spiele dient, üppig ins Kraut schössen, wollen die Skandale kein Ende nehmen. Ueberall macht sich jene Talmi-Eleganz breit, welche die Tochter des Parvenutums ist. Weite Kreise unserer Kaufmannschaft sind leider in diesen Taumel mit hineingezogen worden, und mancher ehrliche Name, den der Vater zu hohem Ansehen gebracht, steht heute am Schandpfahl.

Einer will's immer dem andern gleichtun, und einer überbietet den anderen. Sie steigen nicht in die Tiefe, auf daß sich ihnen die Wahrheit zeige; sie stürzen sich in den ekelsten Schlamm hinunter aus purer Freude daran. Wer ihnen aber den Spiegel vorhält, ist ihr Erzfeind. Ob sie nun bei Borchardt sitzen oder bei Riebenstahl, bei Hiller oder im Reichshof, ob sie in den oberen Räumen des Englischen Büffets sich als Männer von Welt vorkommen oder in den Blumensälen als Herren der Schöpfung — ihr grinsendes Gesicht trägt einen hypokratischen Zug; sie sind die Produkte einer
        
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