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Cabarets

Full text: Lebeweltnächte der Friedrichstadt / Dietrich, Richard

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Wir erinnern uns alle noch der Tage, in denen der Freiherr Ernst v. Wolzogen das erste deutsche Ueber* brettl eröffnete, und feine Getreuen mit lauter Stimme ins Land hinein schrieen, daß die einzig wahre Kunst nun erst entdeckt sei. Hanns Heinz Ewers, der Ehrlichsten einer unter Wolzogens Trabanten, hatte feine Fabel l)om „Mistkäfer" eine ziemlich flache Nerballhornnng der grandiosen Wanzen-Satyre des Pariser Aristophanes —, von der „Wasserleiche" und vorn „Schweinestall" dem Publikum von Berlin W. mit Nonchalance ins Gesicht erzählt, und solche klatschende Brutalitäten lagen noch tausendfältig am Wege. Evoe! die neue Kunst war da: der Zynismus lag grinsend in ihren Zügen. Seitdem ist mancher Tag ins Land gegangen: das Ueberbrettl ist inzwischen unselig zurHölle gefahren, und Ernstv.Wolzogen schreibt an neuen Dekadenzromanen. War das nötig? Mußte das so kommen? Am Mangel im Repertoire soll das Ueberbrettl zu Grunde gegangen sein. Was gut war, war alt; was neu war, war schlecht. So nahm unfreiwillig eine Sache ein klägliches Ende, die auf anderem Boden und unter anderen Lebensbedingungen gar wohl hätte gedeihen können. Man braucht dabei beileibe nicht an die Eabarets auf dem Montmartre zu denken, die schon aus dem Grunde nie mit derWolzogenschen
        
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