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Nachtlokale

Full text: Lebeweltnächte der Friedrichstadt / Dietrich, Richard

Nachtlokale.

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englisch spucken dürfen sie auch. Herz. was willst Du noch mehr?

Dieses ist eine kleine Blütenlese, die sich hundertfältig vermehren ließe. Aber schon diese Lese ergibt, wie plump die Mittel sind, mit denen in der Stadt an der Spree die „Bauern gefangen" werden. Wir finden die roten Laternen in jeder Straße der Innenstadt; ja, es gibt Straßen, wo eigentlich Haus bei Haus ihr lockender Schimmer sich breitet. Dieses Geschäft muß also doch wohl gehen. Der Bestand an Dümmlingen muß täglich ergänzt werden im flutenden Großstadtmeer, sonst wäre das nicht möglich. Darum ist es von Zeit zu Zeit gut, wenn der verbergende Mantel etwas gelüftet wird. Deshalb braucht man noch längst nicht auf dem Standpunkt der Synode zu stehen, die ihre Wünsche demt doch etwas zu weit ausgedehnt und über die Folgen erstaunt sein würde, die eine Erfüllung ihrer Forderungen mit sich bringen müßte. Schließlich befinden wir uns doch in einer Weltstadt; in einer noch dazu. die sich gerade durch die Annehmlichkeiten, die sie dem Fremden bietet, in allen Landen hohen Ruhm erworben hat. Da darf man nicht allzu prüde sein. Nur die plumpen Auswüchse möchten wir beseitigt sehen, den Bauernfang, der in den meisten Lokalen mit den bunten Laternen getrieben wird. Mehr oder weniger sind es doch alles „Häuser der Liebe", wie auch ihr Name lauten möge. Nur eins unterscheidet sie: sie deklarieren ihren Beruf nicht und täuschen durch ihr Etikett. Und darum sind sie besonders gefährlich." — —

Das kann man ruhig unterschreiben.
        
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