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Nachtlokale

Full text: Lebeweltnächte der Friedrichstadt / Dietrich, Richard

Nachtlokale.

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Der „Rochus-Keller" ist ein Zwischending zwischen der vorhin erwähnten Kategorie und dieser. Er der-schenkt Wein und Vier; natürlich lieber das erstere. Wir finden hier die unterschiedlichsten Nachtbummler, die gern nach 1 Uhr noch einmal warm essen wollen und trotz der Reklame den Weg zu Schwänzer scheuen. Wir finden aber auch in Unehren ergraute Häupter, die hier ihr „Pülleken" trinken und so tun, als müßte es so sein.

Ein weiteres Appendix zu den Nachtlokalen bilden die Nacht-Cafös.

Man muß auch da wieder Unterschiede machen.

Die guten alten Cafss, die im Grundton einen bürgerlichen Zug an sich tragen, haben seit den siebziger und achtziger Jahren natürlich eine Vermehrung erfahren. Neben dem „Eos6 Bauer" haben sich andere anfgetan, die dasselbe bieten und schließlich auch ebenso günstig gelegen sind. Wir zählen dazu das „Caf6 Viktoria", Unter den Linden, das „Kaiser-Caf6", das „Eafö Klose" und etliche andere, die schon etwas weiter außerhalb der Peripherie der Friedrichstadt liegen, so wie diese wenigstens der Begriff des Nachtbummlers umfaßt.

Auch hier gibt es dii minorum gentium. Dazu rechnen wir: das „Cafö Westminster", vulgär: „Caf6 Lebenslänglich" genannt. Hierzu rechnen wir auch das „Caf6 Opvra", Unter den Linden, das seinen Ehrgeiz darin zu suchen scheint, das gleiche Publikum, wie das „Eofö Westminster", an sich zu ziehen.

Eine Spezialität für sich bilden die eigentlichen Mädchencafös, die den Tugendrosen der nächtlichen Friedrichstraße Unterschlupf gewähren und sie in ihrem Gewerbe nach Kräften unterstützen.
        
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