Path:
Nachtlokale

Full text: Lebeweltnächte der Friedrichstadt / Dietrich, Richard

IstfsiMate

(£8 ist nicht alles Gold, was glänzt, und es ist nicht alles Nachtlokal, was in der Nacht'geöffnet ist. Das ist ein Widerspruch; aber nur ein scheinbarer. Der bummelnde Berliner versteht unter „Nachtlokal" ein buntes Treiben, dessen wesentliches Element die eleganten Kokotten sind. Diese haben naturgemäß ihre ganz bestimmten Quartiere, wo sie in Nudeln auftauchen und andererseits auch Gelegen-heit finden, noch in später Nachtstunde unter den Lebe-jünglingen, Lebegreisen und Lebesänglingen einen lohnenden Fang zu tun.

Zwei Lokale sind es besonders, die unter dieses Rubrum fallen: das „Linden-Kasino^und das „Restaurant Riche" (dessen unterer Raum eine Bar bildet, getrennt bewirtschaftet wird und als sogenannte Männer-Bar anzusprechen ist. S. „Bars und Büffets").

Das ältere ist das Linden-Kasino. Es hat sich sehr schwer eingeführt in Berlin und erst enorme Summen verschlungen, ehe es zu rentieren begann. Die es schufen, trugen dem Geschmacke der neueren Zeit Rechnung und richteten u. a. einen überaus kostbaren Spiegelsaal ein, der allein so viel Geld verschlang, wie eine komplette Var-Eiurichtuug unter normalen Umständen. Auch sonst hatte man unter enormen Spesen zu leiden. Zwar befand sich das Lokal in der ersten Etage, dafür war es aber in der
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.