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Bars und Buffets

Full text: Lebeweltnächte der Friedrichstadt / Dietrich, Richard

Jkts mirs «Büffets 
Die erste Berliner Bar wurde unserer Erinnerung 
nach in einem kleinen Eckladen der Passage an der 
Behrenstraße gegründet. Sie nannte sich „Büffet franQais“ 
und wurde gemeinhin „französische^Bar" genannt. Das 
Herrenpublikum, das in ihr verkehrte, — es war noch in 
jener sagenhaft schönen Zeit, da unsere Kavaliere noch 
Geld hatten — war das denkbar vornehmste. Prinzen 
und Herzöge wimmelten dort durcheinander; die Offiziere 
unserer elegantesten Regimenter gaben sich hier ein 
Rendezvous. Die Damen, die das Lokal allein, d. h. 
ohne Herrenbegleitung betreten durften, waren ' aus¬ 
gemustert und störten auch in den ausgelassensten 
j Momenten die Stimmung nicht. Die Mehrzahl der 
Kavaliere kamen zudem in Begleitung ihrer Freundinnen, 
Damen der leichtgeschürzten Muse, und waren also 
höchstens für einen Jux, nicht aber für ein „Geschäft" zu 
haben. 
Der große Umsatz, den die Bar machte, deren enge 
Räumlichkeiten nur eine beschränkte Zahl Gäste aufnehmen 
konnten, veranlaßten einen wagemutigen Unternehmer, 
namens Kögler, in der Jägerstraße ein Konkurrenzunter¬ 
nehmen aufzumachen, das sich Metropolitau-Bar nannte. 
Hier sollte sich denn bald das eleganteste und 
amüsanteste Treiben entfalten, das Berlin je gekannt hat.
        
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