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Die Ballsäle "Loulou"

Full text: Lebeweltnächte der Friedrichstadt / Dietrich, Richard

„Loulou"

Sprecht den Namen weich eins! Er birgt das Parfüm dieser Frau, die Ihr früher alle kanntet und die (Such heute nicht mehr kennt. Sie hat eine wundervolle Weiße Hand und besitzt so viel Geschmack, sie ohne Ringe zu zeigen. Diese Hand könnte Häuser bauen, wenn Lonlon wollte. Aber sie will nicht; sie hat einen Pnschel. Sie liebt kluge Leute, die sinnenden Auges philosophische Träume spinnen. Kluge Leute aber können das Pferdchen nicht füttern, das Lonlon ebenso zum Leben gebraucht, wie den großen Blüthner-Flügel, der Wagner zu atmeit scheint. . . . Loulou war früher eine „gnädige Frau" vornehmsten Stils. Beruhigt Euch, sie wird es wieder werden! Schon heute, so sagte ich, kennt sie Euch nimmer! Sie liebt Männer mit dem hypokratischen Zug int Gesicht oder solche mit schwarzen Bärten und Weißen wolligen Haaren. Je tiefer sie fiel, umso höher zog sie hinauf: leider wohnte sie zuletzt iu der vierten Etage, und das sonderbare Haus hatte noch nicht einmal einen Fahrstuhl. Loulou liebt das „Röckeranschen uud eilt Meer von Düften"; „Ideal" natürlich bevorzugt. Loulou ist wie ein schwermütiges Gedicht, das iu duftigen Reimen schwül dahingingt. Sie könnte die Heldin von Donnays „Les amants“ sein und die sterbende Eamelienrolle der Fehdmer spielen. Aber das versteht Ihr ja nicht, Ihr Philister!

Die blonde Grete

Bei ihren Beziehungen zum Kolonialamt werde ich mich 1 hüten, ihren Namen oder den „Platz" zu nennen, wo . ihr „Hafen" liegt. Mit den Leuten habe ich's so schon genug verdorben. Grete hat ein Kind. Dieses
        
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