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Die Straßen des Lasters

Full text: Lebeweltnächte der Friedrichstadt / Dietrich, Richard

Ne Straßen fe JCaJfers

In jeder größeren Stadt Deutschlands und des Aus-lauds gibt es bestimmte Straßen oder Promenaden, die der Demimonde als ständiger Korso dienen. Auch Berlin besitzt in der Friedrich- und Leipzigerstraße regelrechte Laster-Alleen, auf der sich unterschiedliche Asphaltblumen dem Passanten zum Kaufe anbieten. Diese Straßen-Prostitntion ist der wundeste Puukt der Neichshauptstadt. Wenn wir das nicht selbst wüßten, so hätten es uns die Ergüsse englischer und französischer Fenilletonisten sagen müssen, die ihr Licht über Berlin leuchten ließen. Einer Kaserniernng der Prostitution widerstrebt man, weil tausend Gründe dagegen sprechen. .Außerdem wäre es eminent schwierig, für Hunderttausende von Detail-Ver-känferinnen der Liebe Unterkunft und geeignete Kontrolle zu finden. Ohne die Kontrolle aber hat die Kaserniernng auch keinen Zweck. Die Stimmung in unseren Grundbesitzervereinen ist geteilt. Die einen, die nichts dabei zu riskieren haben, sind für die Kaserniernng; die anderen sind dagegen. Man sagt nicht ganz mit Unrecht, daß die Häuser jener Straßen, in denen dann die Prostitution hausen würde, entwertet würden, weil kein anständiger Mensch dort hinzöge und Läden überhaupt nicht zu vermieten wären. Es ist klar, daß aus diesem Grnnde die
        
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