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Wie bekommt dem Körper Berlins sein Quantum Alkohol?

Full text: Die Gurgel Berlins / Hirschfeld, Magnus

Wie bekommt dem Körper Berlins sein Quantum Alkohol? 75

streckte sich seitens Berlins Ende März 1906 auf 6779 Personen, 3935 männliche und 2844 weibliche, die in den Anstalten Dalldorf, Herzberge und Wuhlgarten — letztere speziell für Epileptiker — untergebracht waren. Von der neu eröffneten Irrenanstalt Buch ist noch kein Bericht erschienen. Dazu kommt eine beträchtliche Anzahl Privatirrenanstalten, von denen einige auch gegen 1000 Irre im Jahr verpflegen, beispielsweise die Edelsche Anstalt in Eharlotten-burg 539 Männer und 401 Frauen, unter denen allerdings nur 426 Berliner sind, die Maison de sante in Schöneberg 490 Männer und 358 Frauen, darunter 315 in Berlin wohnhafte. In der Irren- und Nervenabteilung der Berliner Eh ante wurden 2364 Personen verpflegt. Allein in den staatlichen und städtischen Irrenanstalten Berlins wurden im Jahre 1905 im ganzen 13928 Personen in 5579 Betten mit 2119 340 Verpflegungstagen behandelt.

Wenn nun Dr. Otto Iuliusburger, der Oberarzt an der Irrenanstalt Berolinum in Steglitz bei Berlin angibt, daß von den Anstaltsinsassen 20—40°/0 dem Alkoholgenuß ihren Aufenthalt in der Irrenanstalt verdanken, so ist diese Zahl sicher nicht zu hoch gegriffen. Bereits Hoppe hatte 1901 folgendes publiziert:

„In die neue Ehant6 in Berlin wurden 1889—1891 4784 Geisteskranke eingeliefert, davon waren 2260 — 47,2 °/0 durch Trunk erkrankt. 1893 hatte die Stadt Berlin 4398 Kranke in Irrenanstalten untergebracht, unter diesen waren 50°/0 notorische Trinker. In der Berliner städtischen Irrenanstalt Herzberge waren im Jahre 1895/96 unter 623 aufgenommenen Männern 280 = 44,9°/0, im Jahre 1896/97 unter 632 Männern 314 = 49,7% Gewohnheitstrinker, von 322 Frauen 5,9%, im ganzen von 977 Personen 30%, im Jahre 1897/98 unter 1027 Aufnahmen 34,96% (48,37% Männer, 5,31 % Frauen), int Jahre 1898/99 unter 1039 Aufnahmen 39,4% (53% Männer, 6,2% Frauen) Gewohnheitstrinker.

Da es zu weit führen würde, über das ganze hier vorliegende Material zu berichten, will ich mich damit begnügen, aus den mir vorliegenden Verwaltungsberichten des Magistrats zu Berlin für das Etatsjahr 1905 (Nr. 19, Bericht der Deputation für die städtische Irrenpflege) einiges hervorzuheben.
        
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