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Wer hilft dem alkoholkranken Körper Berlins?

Full text: Die Gurgel Berlins / Hirschfeld, Magnus

Wer hilft dem alkoholkranken Körper Berlins? 127

4. Öffentliche bildliche Darstellungen über die schädlichen Wirkungen des Alkohols;

5. Aufklärung der Jugend in der Schule, in den höheren Klassen der oberen Lehranstalten durch Ärzte;

6. In den Staatsbetrieben mustergiltige Einrichtungen zur Verhütung des Alkoholmißbrauchs, Förderung der privaten Bestrebungen, Einrichtung von Volksbibliotheken, Lesehallen, Aufenthaltsräumen ohne Trinkzwang, Spielplätzen;

7. Erlaß von Polizeiverordnungen, durch welche nach Lage der örtlichen Verhältnisse der Ausschank und Verkauf von geistigen Getränken in den späten Abendstunden und frühen Morgenstunden, sowie während des Hauptgottesdienstes an Sonn- und Festtagen verboten wird, und zwar tunlichst durch Festsetzung von Polizeistunden für Schänken;

8. Hinwirkung beim Bundesrat auf Erlaß einer Verordnung behufs Verbots, Branntwein in anderm als reinem, von gesundheitsschädlichen Stoffen freiem Zustande zu verabreichen;

9. Novelle zum Strafgesetzbuch, wonach Trunkenheit als strafmildernd nur anzusehen ist, wenn sie unter starkem äußeren Zwange entstanden ist;

10. Erlaß eines Reichsgesetzes zur Regelung der Kon-zessionspflicht;

11. Erlaß eines Reichsgesetzes, nach welchem Bier unter 2°/0 Alkoholgehalt steuerfrei ist;

12. Einsetzung einer Landeskommission zur Bekämpfung der Trunksucht.

Es ist vielleicht ganz günstig, daß bisher die Regierung dem Wunsche der Abgeordneten nach einem Alkoholgesetz noch nicht entsprochen hat — daß es über kurz oder lang auch bei uns geschehen wird, steht außer Frage — denn wenn die Aufklärungsarbeit über die Alkoholschäden in demselben Tempo weitergeht wie in den letzten 10 Jahren, besteht die Aussicht, daß man in 5 Jahren zu durchgreifenderen Bestimmungen gelangen wird, wie es jetzt der Fall sein würde.

Namentlich von der linken Seite hat man gegenüber der Trinkergesetzgebung geltend gemacht, sie sei eines frei-
        
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