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Introduction

Full text: Die Gurgel Berlins / Hirschfeld, Magnus

Ursprünglich konnte der Mensch, unbekannt mit Werk-^ zeugen, Feuer und Ackerbau, wie jetzt noch alle übrigen Geschöpfe, nur das genießen, was die Erde ihm freiwillig bot. Erst nach und nach siegte die Willensfreiheit des Menschen über die Freiwilligkeit der Natur, erst ganz allmählich schuf sich sein Verstand viele Einrichtungen, Gebräuche und Genüsse, die ihn weit über das Tierreich erhoben.

So hat er es vermocht, indem er Kleider, Wohnungen und Heizmaterial entdeckte und erfand, sich weit über seine Urheimat hinaus Temperaturen anzupassen, denen sein Körper von vornherein gewiß nicht gewachsen war, so hat er sich durch umständliche Gewinnungs- und Zubereitungsmethoden eine große Menge ihm anfangs nicht zugänglicher Nahrungsquellen erschlossen.

Brachten diese Errungenschaften der Kultur — der Sieg des Oberbewußtseins über das Unterbewußtsein — der Menschheit auf der einen Seite Vorteil und Gewinn, so schufen sie aus der anderen Seite viele Gebräuche und Gesetze, die mit den Naturgesetzen in starkem Widerspruch standen und diese Übertretung der Naturgesetze — Unkenntnis schützte auch hier nicht vor Strafe — verschaffte dem Menschengeschlecht viel Elend, Siechtum, Verbrechen und Not.

Unter diesen Abweichungen vom Natürlichen und Zuträglichen haben sich wenige so verhängnisvoll erwiesen wie die Erfindung der alkoholischen Getränke.

Der Mensch ist das einzige Lebewesen, welches auch ohne Durst trinkt. Würde es sich dabei nur um Wasser handeln, so wäre auch diese übermäßige Flüssigkeitszufuhr nicht nur überflüssig, sondern in hohem Grade für den
        
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