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6. Im öffentlichen Leben. Lehrer als Parlamentarier und Politiker. Im Dienste der Selbstverwaltung. Im kirchlichen Leben. Abseits vom Volke.

Full text: Berliner Lehrer / Tews, Johannes

6. Im öffentlichen Leben.

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schen Vorgänge bringt lebhafte Beziehungen zur politischen Presse und zu den politischen Organisationen mit sich. Die Presse veröffentlicht wohl manchen Artikel, der am Schreibtisch eines Berliner Lehrers entstanden ist. Ein Blick in die Berliner Zeitungen läßt darüber keinen Zweifel. Exzellenz Studt hat noch kurz vor seinem Abgang eine Erhebung darüber angestellt, in den Akten des Kultusministeriums wird man also später die Namen der journalistisch tätigen Berliner Lehrer und Genaueres über ihre Tätigkeit finden, als der Verfasser dieses Buches verraten kann und will. Wenn die Presse ein naturgemäßer Ausdruck der politischen Anschauungen, Wünsche und Beschwerden der Bevölkerung sein soll, so darf man aber diejenigen, die in irgend einer Beziehung abhängig sind, nicht ohne dringende Veranlassung über ihre journalistische Tätigkeit hochnotpeinlich inquirieren. Nur ein Minister von den Eigenschaften des Herrn von Studt konnte auf diesen Gedanken kommen. Dagegen ist man über die Beteiligung der Lehrer an den politischen Vereinen und Versammlungen genauer unterrichtet. In den Vorständen der freisinnigen Wahlvereine und der zumeist auch ausgesprochen freisinnigen BezirKsvereine sitzen in der Regel mehrere Lehrer, oft als Vorsitzende, und beteiligen sich als Referenten, Redner und Debattierende an den politischen Erörterungen.

Wie nicht anders zu erwarten, sind die Lehrer in der kommunalen Selbstverwaltung in unbesolde-ten Ehrenämtern stark vertreten, am schwächsten natürlich in der Schulverwaltung. Nach einer Abhandlung von Dr. Böring in den „Preußischen Jahrbüchern" wurden 1899 1283 städtische Ehrenämter von Lehrern und Rektoren verwaltet, d. h. ungefähr jeder zweite Lehrer (4854 aus 10000 gerechnet) hatte ein städtisches Ehrenamt inne. Wie andere Berufsklassen in dieser Beziehung
        
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