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5. Im Lehrerverein. Einst und jetzt. Soziale Fürsorge. Sozialpädagogische und sozialpolitische Kämpfe. Wissenschaftliche Fortbildung. Kunstpflege. Der Lohn. Lehreravancement. Vereinsmänner.

Full text: Berliner Lehrer / Tews, Johannes

Ein aufstrebender Stand bedarf einer kräftigen Organisation. Was der einzelne nicht vermag, können mehrere, und was diesen nicht gelingen würde, bringt die Gesamtheit zustande. Im Lehrerstande gehört der Vereinsgedanke zu den am eifrigsten gepflegten Traditionen. Er knüpft an die typischste Gestalt in der modernen Pädagogik, an den Altmeister Diesterweg, an, der in Berlin lehrte — er war Direktor des alten Lehrerseminars in der Oranienburgs Straße — und der hier litt — die Reaktion entfernte ihn aus seinem Amte. Diesterwegsche Feuerworte klingen noch heute in jeder Festversammlung der Lehrervereine wieder.

Aber wie haben sich die Zeiten geändert! Als Diesterweg im Jahre 1825 auf einer Reise nach Berlin kam, besuchte er auch eine Sitzung des damaligen „Berlinischen Schullehrervereins". Es wurde ihm schwer, das Versammlungslokal zu finden. „Ich postierte mich," so erzählt er selbst, „an den Torweg, es schlug 6 Uhr, und es vergingen Minuten, niemand trat ein. In der Meinung, am unrechten Platze zu stehen, schellte ich an der Vorderseite des Hauses, erfuhr aber hier, daß die Schul-lehrer sich wirklich in einem Zimmer, nämlich in der Quinta des Gymnasiums, links eine Treppe hoch, dann rechts, zu versammeln pflegten. Dahin eilte ich denn sehr erwartungsvoll. Ich war auch so glücklich, das Lokal zu finden und in demselben bei einem Stück
        
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