Path:
4. Im Berliner Lehrerhause. Das Lehrerheim. In den Mietskasernen. Draußen. Erziehung im Lehrerhause. Lehrerfrauen. Ferienglück. Der Lebensabend des Lehrers.

Full text: Berliner Lehrer / Tews, Johannes

4. 2m Berliner Lehrerhause.

51

Die von den Lehrerfamilien durchschnittlich gezahlte Wohnungsmiete betrug 1902 768,96 M. Von 1704 Lehrern mit eigenem Hausstand bewohnten 142 2 Zimmer, 1053 3 Zimmer, 365 4 Zimmer und nur 144 mehr als 4 Zimmer. Unter den Haushaltungen mit 2 und 3 Zimmern sind recht kinderreiche Familien vertreten. Ob da dem Lehrer der Jugend immer ein Plätzchen bleibt, wo er studieren und sich für die Mühen des nächsten Tages erholen kann? Es ist inzwischen vielleicht etwas besser geworden. Die Mietsentschädigung ist um 100 M. erhöht, auch die Gehälter sind insbesondere für die jüngeren Lehrer ausgebessert worden. Aber die Steigerung der Miets- und Lebensmittelpreise hat wohl alles verschlungen. So mancher Berliner Lehrer mit stärkerer Familie mag wohl nach dem freundlichen Heim in einer einsamen Dorspfründe sich zurücksehnen. Wenn die verlangte Gleichstellung aller Lehrer im Staate einmal eintreten sollte, würde auch wohl mancher dahin zurückkehren, wo er mit jugendfrischem Lebensmut seine pädagogische Laufbahn begonnen hat, ins Dorf und in die Kleinstadt.

Viele Berliner Lehrer wenden nach Beendigung ihres täglichen Schuldienstes der Weltstadt den Rücken. 3m Jahre 1907 wohnten zum großen Schmerze der Steuerdeputatton und der Hausagrarier 565 Lehrer =± 17,4% der Gesamtheit in Vororten, zum Teil ziemlich weit hinaus, wo es schon recht still und dörflich ist. Viele haben „Gelegenheit gehabt, sich vor den Toren der Stadt eine Baustelle oder ein Häuschen zu erwerben." Und man gönne ihnen dieses Vergnügen. „Was ist natürlicher, als daß sie auf eigenem Grund und Boden wohnen wollen! Unter ihnen gibt es eine große Anzahl, die auf dem Lande geboren und erzogen worden sind und auch ihre ersten Dienststellen auf dem Lande gehabt haben. Und was ist aber der Schule und der Erziehungsarbeit
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.