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4. Im Berliner Lehrerhause. Das Lehrerheim. In den Mietskasernen. Draußen. Erziehung im Lehrerhause. Lehrerfrauen. Ferienglück. Der Lebensabend des Lehrers.

Full text: Berliner Lehrer / Tews, Johannes

50 Großstadt-Dokumente Bd. 20. Berliner Lehrer.

Oberhirten des Aleinvolks nicht immer behagt. Es würde deswegen besser sein, man gäbe die Schulgrund-stücke der Jugend auch in den schulfreien Stunden preis, um sich auszulausen und auszutoben und alles das zu treiben, was aus der Straße und aus den Höfen der Wohnhäuser nicht möglich ist oder nicht gestattet wird.

Die große Mehrzahl der Lehrer wohnt in den Mietskasernen, und zwar nicht gerade in den neuesten und komfortabelsten, aber auch nicht in den schlechtesten. Nach einer älteren Aufstellung, die aber für die Gegenwart noch vollständig zutreffend ist, wohnt über die Hälfte der Lehrer in den billigeren Stadteilen N., NO. und 0., im Westen noch nicht 5 und in C. weniger als 2 %. Dagegen wohnen von den Lehrerinnen in N., NO. und 0. nur etwa Vs, in W. dagegen über 10 und in C. über 5%. Die Lehrerin hält sich also bei der Wahl ihrer Wohnung von den „proletarischen" Stadtvierteln etwas fern. 35,84% aller Berliner Bolksschullehrer wohnen in Berlin N., also in dem billigsten Stadtteil. In den neuen Stadtvierteln „weiter draußen" gibt es ganze Lehrerstraßen. So wohnten z. B. nach dem neuesten Lehrerverzeichnis in der Petersburger Straße 46, in der in der Nähe des Humboldthains gelegenen Ramler-straße 23, in der Seestraße 22, in der Wiclefstraße 18, in der Hochmeisterstraße 17, in der Bredow- und Olden-burger Straße in Moabit und in der Kniprodestraße im Osten je 16 Lehrer. Es mag den Lehrern in diesen sauberen, verhältnismäßig billigen und ruhigen Straßen, wo sie in den mittleren Etagen des Vorderhauses wohnen, auch wohl besser behagen als in den „Gartenwohnungen" des Westens und Nordwestens, wo sie neben anderen ihnen gleichstehenden oder noch vorangehenden Sterblichen den „Aufgang für Herrschaften" nicht benutzen dürften.

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