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4. Im Berliner Lehrerhause. Das Lehrerheim. In den Mietskasernen. Draußen. Erziehung im Lehrerhause. Lehrerfrauen. Ferienglück. Der Lebensabend des Lehrers.

Full text: Berliner Lehrer / Tews, Johannes

Suchen wir den Berliner Lehrer nunmehr in seinem Heim aus. Der ledige jüngere Lehrer — etwa ein Viertel der Berliner Lehrer ist unbeweibt — lebt und wohnt wie alle Hagestolze, die ein bescheidenes, aber auskömm-liches Gehalt haben, „möbliert", bis er sich einen „eigenen Hausstand", wie das Gesetz sagt, gründet. Erst dann hat er ein „eigenes Heim". Das schmucke Schulhaus mit der Lehrerwohnung, das in wohlhabenden Dörfern dem Reisenden ins Auge fällt, kennt die Weltstadt ebensowenig wie den „Vrühlschen Schulpalast" (so nennt man die Schulhütten und Kabachen, die sich in den ostelbischen Gutsdörsern noch recht häufig finden). Nur die Rektoren haben in der Regel eine Amtswohnung auf dem Schulgrundstück. Aber ein eigentliches Heim ist auch das zumeist nicht. Auf den älteren Schulhöfen steht wohl noch hier und da, abseits vom Schulgebäude, ein mit Weinlaub bekränztes kleines Rektorhaus. Seit Jahrzehnten aber beherbergt das „Lehrerhaus", wie es offiziell heißt, zwei oder drei Rektoren, die Schuldiener, Heizer, zumeist auch noch Bureaus und Bibliotheken unter einem Dach, oder die Rektorenwohnungen sind in den Schulgebäuden selbst, unter oder zwischen den Klassenzimmern, angelegt. Eine idyllische Heimstätte ist das auch nicht. Nur die Schulhöfe, die den Anwohnern in der schulfreien Zeit zur Verfügung stehen, könnten den Neid anderer Mietskasernenbewohner herausfordern. Aber auch damit hängt vieles zusammen, was den: ruhebedürftigen

Großstadt-Dokumente Bd. 20.	4
        
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