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3. In der Schule. Jugendlust und Jugendlehre. "Dienst". Politur und Erziehung. Sozialer und kultureller Aufstieg. Konflikte. Schulbriefe. Die Arbeiterfamilie. Eine pädagogisch arme Welt. Absperrung von der Natur. "Landpartien". Revisoren und Vorgesetzte. Die Fortbildungsschule.

Full text: Berliner Lehrer / Tews, Johannes

26 Großstadt-Dokumente 93b. 20. Berliner Lehrer.

Denn das Gros der Berliner Arbeiterjugend wächst unter den Augen von Eltern auf, die in der Arbeit ihren Wert sehen, die mit dem Schicksal tapfer kämpfen und, wenn für sie selbst der Weg aufwärts nicht mehr frei ist, für ihre Kinder eine bessere Zukunft bauen möchten.

Dieses Bestreben, das junge Geschlecht auf der sozialen Leiter einige Stufen höher zu bringen, ist deutlich in der Berufswahl der Berliner Gemeindeschüler zu erkennen. Nach Mitteilungen der städtischen Schuldeputation wollten Ostern 1906 von den aus den Gemeindeschulen aus-tretenden Knaben 1043 im Elternhause bleiben, hatten also eine Berufswahl noch nicht getroffen, 838 wurden Arbeiter (wohl meist Laufburschen), 2453 Handwerker, 73 Fabrikarbeiter, 507 wandten sich einem technischen Gewerbe, 280 dem Kunstgewerbe, 677 dem Handel zu, 56 wählten den Land-, Gartenbau- und Forstbetrieb, 84 traten in Gastwirtschaften. 293 in den Schreiberdienst, 150 in Berufsschulen und 33 in höhere Lehranstalten ein. Von den Mädchen blieben 3811 im Elternhause, 935 traten in einen fremden Haushalt als Dienstmädchen ein, 138 wurden Fabrikarbeiterinnen, 836 wollten durch private Handarbeit ihr Brot verdienen, 1025 traten in kaufmännische Betriebe, 14 in den Staatsdienst ein, 21 wählten die Kunst als Lebensberuf, 105 wollten auf höheren Lehranstalten ihre weitere Ausbildung betreiben. Bei allen sozial höher stehenden Berufen war in den letzten Jahren eine Zunahme, bei den niederen Berufen eine Abnahme festzustellen.

Darum steht der Berliner Arbeiter der Schule freundlich gegenüber und wirft dem Lehrer selten Steine in den Weg, seltener, als es anderswo geschieht, selbst dann nicht, wenn ihm manches gegen den Strich geht, wie z, B. im religiösen Unterrichte. Die Mehrzahl
        
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