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2. Berliner Lehrer. Die pädagogische Armee. Keine Berliner. Wie der Berliner Lehrer aussieht.

Full text: Berliner Lehrer / Tews, Johannes

16 Großstadt-Dokumente Bd. 20. Berliner Lehrer.

sonstigen Verschiedenheiten in Betracht. Nach einer Zusammenstellung, die allerdings einige Zeit zurückliegt, stammten von den Berliner Lehrern weniger als aus Berlin selbst, ein verhältnismäßig großer Teil allerdings aus der näheren Umgebung der Reichshauptstadt, aus der Provinz Brandenburg. Etwa 40% waren aus andern preußischen Provinzen und außerpreußischen Ländern nach ihrer Ausbildung nach Berlin übergesiedelt. Wie bei der allgemeinen Zuwanderung, so spielt auch bei der Zuwanderung der Lehrer nach Berlin der Osten die Hauptrolle. Aus den Westprovinzen verirren sich nur einzelne Volksschulpädagogen nach der Spreemetropole. Ihnen ist in ihrer Heimat wohler. Der Hauptzuzug kommt aus Schlesien, Pommern und Sachsen. Dann folgen Posen, Westpreußen und Ostpreußen. Anders bei den Lehrerinnen. Sie sind in der übergroßen Mehrzahl Berlinerinnen. Von 8 Lehrerinnen ist nur eine aus der Provinz, während von 8 Lehrern 6 ihre Jugend nicht in Berlin verlebt haben. Für den jungen Berliner, der über die nötigen Fähigkeiten für das Lehramt verfügt, bieten sich weniger verantwortungsvolle und leichter erreichbare Berufe in genügender Zahl.

So wird die Berliner Jugend vorwiegend von Nicht-berlinern unterrichtet und erzogen, gewiß nicht zu ihrem Nachteil. Früher mehr als heute war Berlin gewissermaßen der Ankerplatz für alle VolKsschullehrer, die in den engen und unfreien Verhältnissen des Dorfes und der Kleinstadt keine Befriedigung fanden, oder die politisch „verdächtig" waren, wozu in Puttkamerun und in der Gegend von Trakehnen nicht eben viel gehört. Wie die Auswanderer im allgemeinen waren es die tüchtigsten Kräfte, die der Reichshauptstadt sich zuwandten. So kann die Berliner Lehrerschaft mit jeder andern sich messen, und daß die Mehrzahl eine freie Gesinnung, ge-
        
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