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12. Paul Scheerbart und Peter Hille

Full text: Die Berliner Bohème / Bab, Julius

68 Großstadt-Dokumente Bd. 2. Die Berliner Boheme. 
dem starken sorglos sicheren Ausleben eines Liliencron. 
er ist kein umsichtig geschäftiger Pfleger und Anreger wie 
der Hnrts, kein skeptisch zurückhaltender Genießer und 
Zuschauer wie die Heine, Stirner, Berg oder Hartleben, 
ein jeder in feinem Kreise es waren — Peter°Hille ist 
ein Kind; mit der ganzen lebensfremden Unbekünunert- 
heit, der schattenlosen Zuversicht eines Kindes ging er 
durch die Welt, um nur auf fein Inneres lauschend die 
Gesichte und Zeichen, Bilder und Gedanken Wahl- und 
ziellos heraufzuholen, die der Genius in ihm erzeugte. 
So machte ihm die Vernachlässigung alles Aeußeren, die 
Beziehnngslosigkeit zu allem sozialen Leben und die Not, 
der Kampf, den beides im Gefolge hat, zum Bohvmien. 
Der Schriftsteller Lnblinski hat aber einmal ganz richtig 
gesagt, daß in der fanatischen, rücksichtslosen Selbst¬ 
versenkung Hilles etwas von der Art eines Büßers, eines 
Asketen stecke. So führt uns dieser seltsamste der Berliner 
Zigeuner wiederum die schon einmal ausgesprochene Tatsache 
vor Augen, wie nahe der echte Bohvmien und der echte 
Einsiedler einander stehen, denn Hille war beides. 
13. 
Das rpljlt’ i'uffmm tset 
JJnliniTSoUenie 
Neue Gemeinschaft. 
Die Kommenden. — Ueberbrettl. 
Mit der Auslösung des Przybyszewskyschen Kreises 
verlor Berlin seine letzte Bohöme großen Stils. Was 
fernerhin zur Wiedererweckung einer großzügigen Boheme 
geschah, scheiterte — und mußte aus Mangel an brauch¬ 
barem Menschenmaterinl scheitern.
        
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