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Der Bankbeamte

Full text: Berliner Banken / Bernhard, Georg

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aber selbstverständlich, daß die Lhefs lieber Leute in ihr 
Bureau nahmen aus ihnen bekannten Familien, und in 
manchen Bankgeschäften war es sogar ganz unmöglich, 
ohne ziemlich große Protektion als Lehrling anzukommen. 
War man aber einmal im Betrieb drin, so war von 
einer Bevorzugung der Protektionskinder nur in den 
natürlichen Grenzen die Rede, die allen menschlichen 
Handlungen durch die selbstverständlichen Gefühle von 
Sympathie und Antipathie gezogen sind. In dem Maße, 
wie die Scharen der zum ewigen Dienen Verdammten 
wachsen, steigt natürlich auch der Wert der Protektion 
für die Bevorzugten bzw. der Schaden, den sie dem 
Zurückgesetzten verursachen. Dazu kommt aber noch, 
daß besonders auf den Aktienbanken die natürliche 
Gunst der Protektoren erheblich größer ist als im Privat¬ 
betriebe. Wenn nur jeder Direktor, jeder Direküons- 
prokurist und vor allem jedes Mitglied des Aufsichtsrats 
ein Protektionskind zeugt, so ist die Produktion an 
solchen schon erheblich größer als zur Befriedigung des 
Bedarfes an leitenden Männern notwendig ist. Wenn 
es da einem aus der niedern Schar nicht durch einen 
glücklichen Zufall gelingt, das Augenmerk seiner Vor¬ 
gesetzten auf sich zu lenken, so wird er über die Sub- 
alternkarriere um so weniger hinausgelangen, als unter, 
mit und über ihm noch eine Schar junger Juristen, 
Nationalökonomen und Techniker den kurulischen Sesseln 
zustreben. 
Die zunehmende Eintönigkeit ihrer Beschäftigung 
und die wachsende Aussichtslosigkeit auf Grringung ein¬ 
flußreicher Stellungen hat so etwas wie eine typische 
Bankbeamten-Psyche geschaffen. Man kann diesen seeli¬ 
schen Zustand der Durchschnittsbankbeamten als einen 
durch Extravaganzen gemilderten Stumpfsinn bezeichnen. 
Stumpfsinn etwa in dem Sinne zu verstehen, wie man
        
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