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Die Wechselstuben

Full text: Berliner Banken / Bernhard, Georg

_________ Die Wechselstuben.	51

fahlen nicht nur ihre eigenen Wertpapiere, sondern animierten das Publikunl auch sehr lebhaft zu Spekulationen in allen möglichen Börsenwerten, zum Teil sogar in recht minderwertigen englischen Minen-8kai-68.	Genau

so wie früher die Wechselstuben der Privatbankiers wurden diese Depositenkassen allmählich zum Mittelpunkt eines spielsüchtigen und über dem Spiel alle Sittlichkeit vergessenden Publikums. Diese Methode der Volksausbeutung erwies sich allerdings als nicht minder gefährlich für die Verführer als für die Verführten. Denn das Börsengesetz hatte inzwischen die Zahlungsverweigerung für Schulden aus Börsengeschäften erheblich erleichtert, und die Folge davon war, daß zahlreiche Differenzprozesse gerade von solchen Elementen angestrengt wurden, die keineswegs als Verführte gelten konnten, sondern in kaufmännischen Geschäften recht wohl bewandert waren.

Diese Banken sind entweder durch die Verschmelzung mit anderen Instituten von der Bildfläche verschwunden, oder sie haben von der Tücke des Schicksals gelernt und ihre Depositenkassen aus andere Geschäftszweige zugeschnitten. Sie bemühen sich jetzt eine Lücke auszufüllen, die das Verschwinden der Privatbankiers in das Berliner Geschäftsleben gerissen hat. Dadurch haben nämlich viele mittlere und kleinere Geschäftsleute ihre Kredithelfer verloren. Bei den großen Banken können natürlich die Geschäfte nur mehr oder weniger chemattsch geführt werden. Es ist ihnen daher nur faten möglich, mittleren und kleineren Gewerbetreibenden Kredit zu gewähren, die einer sorgfältigen Untersuchung er Kreditwürdigkeit und einer ständigen Überwachung bedürfen. Hier knüpfen allmählich die Mittelbanken an; )le suchen ihre Wechselstuben mit kaufmännisch geschulten tarnten auszustatten, die die Kundschaft genau kennen
        
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