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Der kleine Bankier

Full text: Berliner Banken / Bernhard, Georg

44 Großstadt-Dokumente Bd. 8. Berliner Banken.

Aufträge, während heute zwischen den Banken und ihren Mittelsmännern ein dauerndes Verhältnis besteht, daß in den veränderten Zeiwerhältnissen begründet ist: Die ungeheure Kundschaft, die sich bei den Banken konzentriert, hat für diese Institute den großen Vorteil, daß sie die Aktien ihrer Gründungen, die von ihnen zur Emission gebrachten Obligationen und Staatsrenten meist in der eigenen Kundschaft unterzubringen vermag. Allein dieser Vorzug hat auch eine nicht unbedenkliche Schattenseite. Ein immerhin doch erheblicher Teil der Kundschaft kaust aus Kredit, und die Banken sind auch in stürmischen und schweren Tagen gezwungen, den Besitz der Kundschaft zu konservieren, da sie die an den Markt gelangende Ware zum größten Teil selbst aufnehmen mußten. Denn die entvölkerte Börse vermag nur wenig ohne weiteres zu kaufen. Die Bankiers mit einer Schar kaufkräftiger Kunden hinter sich gehören eben der Vergangenheit an. Wollen daher die Banken größere Posten von Wertpapieren in die Außenwelt abstoßen, so müssen sie sich besonderer Mittel und Wege bedienen. Sie setzen sich mit einem sogenannten „Einpeitscher" in Verbindung; dieser Bankier nimmt der Bank einen bestimmten Posten fest ab und erhält das Recht, zum gleichen Kurse eine größere Summe nachzufordern. Er beginnt nun die Börse zu bearbeiten, steigert den Kurs, versucht nach Möglichkeit auch seine Beziehungen zur Börsenpresse auszunutzen, und allmählich stellen sich die Käufer ein. Die Kleinen Bankiers, welche nach einem Tagesgewinn lüstern sind, kaufen, die Angestellten folgen ihnen, und da jeder darauf ist, möglichst bald einen Gewinn sicherstellen zu Können, gewinnt der Einpeitscher in diesen ersten Käufern ein bereitwilliges Heer von Propagandisten. Einer preist dem andern die Vorzüge des Papiers und bald taucht sein Name in den Wechselstuben auf,
        
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