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Der kleine Bankier

Full text: Berliner Banken / Bernhard, Georg

42 Großstadt-Dokumente Bd. 8. Berliner Banken.

ihre Existenz dadurch aufrechtzuerhalten, daß sie in etwas verschleierter Form den alten Terminhandel weiterführten. Aber die außerordentlich strenge Handhabung und Auslegung des Gesetzes durch das Reichsgericht, die sich häufenden Differenzeinwände machten es den Bankiers so gut wie unmöglich, das Geschäft in den alten Bahnen weiterzuführen. Die Banken wurden immer allmächtiger. Der Weg zur Höhe wurde den Bankiers immer dichter verbaut. Und so entstand denn jener Zustand des Bankgewerbes, der heute besteht.

Als Kommissionäre haben die Privatbankiers int Verhältnis zu den Banken heute nur noch eine sehr geringe Bedeutung. Manche Firmen besitzen teils durch verwandtschaftliche Beziehungen, teils durch eine alte Tradition noch eine gewisse Menge von Kundschaft. Aber das sind doch meist die besseren Mittelfirmen, während die kleinen Firmen fast nur auf der Börse selbst ihr Tätigkeitsgebiet haben. Hier sind Makler und Angestellte oder, als Outsider ab und zu die Börse besuchende, Händler ihre Komittenten. Die meisten von ihnen machen aber in zunehmendem Maße Geschäfte für eigene Rechnung. Die Reichen benutzen ihre Kenntnisse und Erfahrungen dazu, ihr Vermögen möglichst günstig anzulegen, sie pflegen bestimmte Spezialitäten des Börsen-handels, erscheinen täglich bei denselben Papieren zur Kursfestsetzung, um eine genauere Kenntnis von der Marktlage zu gewinnen und durch ausgleichende Käufe oder Verkäufe sich Verdienste zu schaffen. Am schlimmsten sind diejenigen Elemente daran, die ohne nennenswertes eigenes Vermögen ihre Kundschaft so gut wie völlig verloren haben, aber da sie keinen anderen Beruf ergreifen können, gezwungen sind, die Börse nach wie vor zu besuchen. Sie rangieren völlig in eine Linie mit dem kleinen Tagesspekulanten. Davon, daß das kleine
        
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