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Der kleine Bankier

Full text: Berliner Banken / Bernhard, Georg

Der kleine Bankier.	41

allem nicht ferner on, daß eine Institution wie die Börse, die tief in das Volksleben eingriff und schon lange über eine Privatgemeinschast hinaus zu einer öffentlichen Machtveranstaltung hinausgewachsen war, aus mangelnder gesetzlicher Grundlage stand. Das hätten die vernünftigen Elemente des Bankierstandes sicherlich ebenso eingesehen, wie die Notwendigkeit einer gesetzlichen Regelung des Depotwesens. Aber wie das nun einmal zu gehen pflegt: Neid, Haß und Unverstand waren die treibenden Kräfte der von den Börsengegnem ins Leben gerufenen Bewegung, die aus gesetzliche Maßnahmen abzielten. Der Druck erzeugte Gegendruck. Die Börse stellte sich plötzlich aus den Standpunkt, das ganze Gesetzgebungsbegehren als ein Mißtrauensvotum zu bekämpfen. Die Börsenkreise verweigerten ihre Mitwirkung bei der Formung des Gesetzes. Und so kam natürlich ein Gesetz zustande, daß große Härten für den Bankierstand auswies. Eine eigentümliche Ironie war es nun, daß die Hasser des Großkapitals ein Gesetz fabriziert hatten, dessen Härte das große Kapital nicht nur leicht überwinden, sondern gradezu für sich ausnutzen konnte, während am meisten der Bankier, und besonders der kleine, darunter litt. Die Wirkung des Depotgesetzes aus die Entwicklung des Bankgewerbes hat eine gewisse Ähnlichkeit mit der Wirkung der sozialen Gesetzgebung auf den industriellen Kleinbetrieb. Die ßaften erhöhten sich; namentlich mußte mehr Personal angestellt werden, dessen Arbeitskraft nicht in entsprechendem Maße ausgenutzt werden konnte, so daß hier von vornherein dem Großbetrieb günstigere Chancen entstanden. Eine ähnliche Wirkung ging von dem Teil des Börsengesetzes aus, der die Aufhebung des Terminhandels dekretierte. Dadurch wuchsen die Anforderungen an die Kapitalkraft des Bankiers. Zunächst versuchten die Privatbankgeschäfte
        
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