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Der Bankdirektor

Full text: Berliner Banken / Bernhard, Georg

Der Bankdirektor.

Der alte Typus des Bankiers, mit dessen Arten und Unarten sich früher reichlich die Witzblätter beschäftigten, ist mehr und mehr in den Hintergrund getreten gegenüber den Leitern unserer Aktienbanken, den Vankdirek-toren. Der Bankdirektor ist ja eigentlich nicht mehr als der oberste Angestellte der Aktionäre. Aber seine soziale Stellung ist heute in den meisten Fällen angesehener als die des Privatbankiers, obgleich er selbst keineswegs Träger, sondern nur Diener der Millionen ist. Aber das große Beamtenheer, über das er herrscht, die Fülle des Einflusses, den er auf die wichtigsten geschäftlichen Beziehungen des Landes, auf Industrie und Handel, Landwirtschaft und Gewerbe auszuüben vermag, haben ihn im Volksansehen mit einem Nimbus umgeben, wie ihn früher Kaum der reichste Bankier genoß. Die letzte Krachperiode, die uns zum ersten Male Bankdirektoren als Defraudanten und Angeklagte im großen Maßstabe zeigte, hat dieses Ansehen nur wenig zu mindern vermocht. Wenn auch in jener Zeit recht herbe Witze fielen, wenn namentlich ein Kohlenhändler eine Marke dem Publikum nicht besser empfehlen zu können glaubte, als durch die Bezeichnung „Bankdirektor": „Brennt durch und hinterläßt keine Asche," so war das doch nur eine Episode,
        
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