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Die Macht der Großbanken

Full text: Berliner Banken / Bernhard, Georg

22 Großstadt-Dokumente Bd. 8. Berliner Banken.

daß die Interessengemeinschaft Dresdener Bank—Schaff-hausenscher Bankverein allein etwa 93 Aktiengesellschaften kontrolliert. Bei der Deutschen Bank und der Diskonto-gesellschaft wird das Verhältnis ebenso, wenn nicht noch größer sein. Wir haben danach kaum Anlaß, über die Herrschaft der amerikanischen Trusts zu zetern.

Diese Ausbreitung der Banken, ihre Verschmelzung zu großen Gruppen ist natürlich für die Ausbildung der Technik des Bank- und Geldwesens von einer ganz außergewöhnlichen Bedeutung. Schon die dadurch bedingte Ausdehnung und Vereinfachung des Giroverkehrs bedeutet einen immensen Fortschritt in einer Wirtschaftsordnung, deren hauptsächlichste Finanzkunst darin besteht, den Bedarf an dem für sie so kostbaren Bargeld stetig mehr zurückzudrängen. Der Kapitalismus wird hier zur höchsten Vollendung gebracht. Und sogar zu einer Fort-entwicklung in weitere Fernen wird hier schon der Weg gewiesen. Viel zu wenig Beachtung hat bisher die Tatsache gefunden, daß bereits heute jede Bank eine Börse für sich bildet und daß die eigentliche Börse mehr und mehr zur bloßen Ausgleichstelle für die verschiedenen Banken herabwinkt. Über die Möglichkeit einer markt-losen Gesellschaft wird viel gestritten. Stehen wir denn nicht mit einem Fuße in ihr?
        
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