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Die Macht der Großbanken

Full text: Berliner Banken / Bernhard, Georg

Die Macht der Großbanken.	21

maßgebend sein. Es sollte. Aber es ist es nicht. Es hat sich auch bei den wenigen selbständigen Direktoren die Gewohnheit herausgebildet, zuerst zu bestimmen, wieviel Dividende verteilt werden soll und dann erst —von dem, was zu guter Letzt übrigbleibt — die Abschreibungen zu verteilen. Wonach bestimmt man aber die zu zahlende Dividende? Nach dem Kurs, den die Aktien an der Börse haben. Der Direktor setzt seinen Ehrgeiz darein, den derzeitigen Aktionären eine angemessene Rente zukommen zu lassen. Hat er bei einem Kurs von 200% zehn Prozent Dividende verteilt, so hält er sich, bei demselben Erträgnis wie im vorangegangenen Zahre, für verpflichtet, einen Teil des Gewinnes zu verstecken, wenn die Börse seine Aktien um den Abschlußtermin herum aus irgendwelchen allgemeinen Gründen nur mit pari bewertet. Dabei sollte ihtt doch eigentlich nur das Nominalkapital seiner Aktien etwas angehen.

So sendet bis in die entlegensten Ecken der Industriegesellschaften die Bankenherrschast ihren Widerschein. Sie hat eine tiefgreifende Änderung in der Gesamtstruk-tur unserer Wirtschaft zur Folge gehabt. Die einzelnen Industriedirektoren sind mehr und mehr auf die Stufen von Ressortchefs herabgedrückt worden. Die eigentliche geschäftliche Leitung liegt entweder in den Händen der Syndikatsvorstände, in denen die Banken indirekt vertreten sind, oder direkt in den Händen der Bankdirektionen. Von einzelnen Zentralpunkten aus erfolgt also heute schon die Leitung ganzer Gruppen industrieller Gesellschaften. Dieser Zentralpunkte werden immer weniger. Und je mehr sich die oberste Leitung aus einem Punkt Konzentriert, um so rapider ist der wirtschaftliche Fortschritt.

Einen kleinen Begriff von dem Machtbereich der Banken im Aktienwesen erhält man, wenn man bedenkt,
        
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