Path:
Im Bankpalast

Full text: Berliner Banken / Bernhard, Georg

     Im Bankpalast. 13 
Ammer besitzt außer der vorn Wandelgang her sichtbaren 
Tür noch eine zweite, die vermittels eines dicken Polster¬ 
überzuges den Schall von außen und innen abfängt. 
Wir befinden uns in einem Sprechzimmer. Zeder Direk¬ 
tor hat neben seinem Vureauraum ein solches Zimmer 
zur Verfügung. Er empfängt nur feine ganz Intimen 
in dem hohen, teppichbelegten Raum, der ihm als stän¬ 
dige Arbeitsstätte dient. Im Sprechzimmer steht hinter 
einem kleinen Tisch mit dem notwendigsten Schreib¬ 
material ein mehr oder weniger altes, elegantes Sofa, 
das von ein paar Sesseln flankiert wird. Für eine Be¬ 
sprechung mit einer größeren Personenzahl stehen Kon¬ 
ferenzsäle zur Verfügung. 
Im Verlauf der Unterredung, die wir mit dem 
Direktor führen, erweist es sich als nötig, einen der 
Börsenvertreter des Instituts zu informieren; die Börsen- 
bureaus, sowie die Zimmer der Korrespondenten, die die 
wichtigsten Angelegenheiten erledigen, pflegen in nächster 
Nähe der Direkttonsräume zu liegen. Da noch einige 
Nebenfragen an der Hand der Angaben des Buchhalters 
zu erledigen sind, bittet der Kürze halber der Direk¬ 
tor, uns gleich selbst in die Buchhalterei hinaufzubemühen. 
Der Börsenvertteter begleitet uns. Je höher die Treppe 
hinaufführt, um so schmaler und schmuckloser wird sie, und 
mit desto weniger Eleganz präsentieren sich uns die Korri¬ 
dore. Auch in der Bankwelt gilt eben die der Öffentlichkeit 
zugewandte Oberfläche mehr, als das Innere, in welches 
600 Tageslicht nur wenig einzudringen vermag. Die 
Räume, wo die Buchhalter der verschiedenen Abteilungen 
%n, sind zwar hell und machen einen freundlichen 
Gesamteindruck, aber in Anbetracht der großen Zahl von 
Beamten, die hier beschäftigt sind, kann man nicht ge¬ 
rade von einer Aaumverschwendung sprechen. Die Pulte 
stehen ziemlich eng beieinander und lassen, wenn die großen
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.