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Gerichtspresse

Full text: Berliner Gerichte / Hoeniger, Franz

80 Großstadt-Dokumente Bd. 24. Berliner Gerichte.

in der „Vossischen Zeitung" und im „Berliner Tageblatt" behandelt worden.

Zum Schluß ein Wort über die Herren juristischen Verleger. Mit Ausnahme der Firma Heymann, die einen Fond von 10 000 Mark zur Unterstützung junger Talente besitzt — und verwendet, soll mir der Berliner Verleger gezeigt werden, der je einen jungen Mann von spezifisch juristisch schriftstellerischer Veranlagung entdeckt und ihm in die Höhe geholfen hat. Der historische Lauf der Dinge bleibt der, daß man Anfänger ihre Erstlingswerke selbst bezahlen läßt, nicht ohne 15 Prozent Aufschlag pro bono des Verlegers dafür zu fordern, daß dieser die Kosten der Drucklegung gnädigst annimmt. Ist der Autor schließlich berühmt geworden, so kann ihm für große Werke, die den Verleger reich machen, unter Umständen auch ein bescheidenes Honorar bewilligt werden. Staub hat für die erste Auflage seines weltberühmten Kommentars ein Honorar von sage und schreibe 100 Mark für den enggedruckten sechzehnseitigen Bogen erhalten.

Vom Scherz zum Ernst. Die Verhältnisse sind zu traurig und fordern die Kritik und die Abhilfe zu scharf heraus, als daß es so bleiben könnte. Wie es auf anderen Gebieten Professor Bücher in Leipzig angeregt hat, werden sich auch die juristischen Schriftsteller zur Selbsthilfe zusammentun müssen. Mögen alsdann die Herren Verleger bei Durchsicht ihrer Bilanzen nicht auszurufen gezwungen sein: „Conclamatum est!“
        
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