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Rechtsanwaltschaft

Full text: Berliner Gerichte / Hoeniger, Franz

Aechtsanwaltschaft.   43 
literatur eine Periode der Klassizität herbei, die beinah 
ausschließlich aus den Werken Berliner Anwälte resul¬ 
tierte. Ich nenne aus dem Gebiete des Handels-, Wechsel¬ 
nd Patentrechtes die Kommentare von Makower, 
Staub, Bernstein, Seligsohn und Z\ay, aus dem¬ 
jenigen des allgemeinen Bürgerlichen Rechtes den Kom¬ 
mentar von Neumann und das Lehrbuch von Goldmann 
und Lilienthal, aus dem Gebiete des Liegenschastsrechtes 
die Merke von Oberneck, E. Fuchs und Arnheim, 
auf demjenigen der Freiwilligen Gerichtsbarkeit die um¬ 
fassenden Schriften von Oberneck und Rautznitz, end¬ 
lich auf dem entlegenen Gebiete der Stempelgesetzgebung 
das epochemachende Buch von Heinitz. Das alles sind 
Werke, die ein ganzes Rechtsgebiet in erschöpfender Weise 
behandeln. Der unabsehbaren Fülle glänzender Mono¬ 
graphien und Zeitschriftaufsätze, die vielfach Bedeutendes 
zur Förderung der Rechtswissenschaft beigetragen haben, 
ist dabei noch gar nicht gedacht. 
Das Charakteristische der ganzen Epoche ist aber der 
Umstand, dasz die Kenntnis dieser Werke nicht aus die 
Gelehrten- und Kollegenkreise beschränkt blieb, sondern 
dasz auch die breite Masse des Publikums sie aufnahm, 
daß sie nicht nur die Kontore und Schreibstuben, sondern 
auch das Bürgerhaus eroberten. Diese Literatur ist also 
nicht nur klassisch, sondern zugleich populär. Nur aus 
diesem Doppelcharakter erklärt sich die Macht, mit der 
sie den Richterstand für ihre Anschauungen gewann. 
Bücher, wie „der Staub", „der Neumann", „der Heinitz", 
nehmen wohl in den meisten Richterstuben bcn Rang 
des Gesetzes selbst eilt, sie sind dessen autoritative Aus¬ 
legung und als solche allgemein anerkannt. 
Nutt könnte man meinen, daß das literarische Ver¬ 
dienst, wie ja schon die Namensauszählung ergäbe, immer
        
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