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Variététypen Der "Kapellmeister"

Full text: Variété und Tingeltangel in Berlin / Buchner, Eberhard

64 Großstadt-Dokum. Bd. 22. Variete u. Tingeltangel in Berlin.

wurde, errang sich mit seinen ersten Kompositionen verschiedene Preise, erhielt Stipendien, setzte von nun an seinen Namen nicht mehr unter Elaborate, die für Variete und Tingeltangel bestimmt waren. Nach fünf Zähren war er so weit, dasz er seine Varietotütigkeit ganz quittieren konnte. Eine Stellung an ättent großen Musikinstitut gibt ihm heute leidliche Ruhe und Muße, um höhere Lorbeeren zu ringen.

Ein zweiter, ein dritter „Kapellmeister".

Nicht jeder betrachtet den Beruf als Varietekapell-meister als Äbergangsstadium. Mancher steuert mit dieser Würde Mästet ins Alter hinein. Während die Kapellmeister gewöhnlich heute hier, morgen dort sind, gibt es ein kleines Etablissement in Berlin, das seinen Kapellmeister schon seit zehn Jahren besitzt. Abend für Abend hackt er auf dem Klavier die gleichen Melodien herunter. Immer mit einer gewissen Verve. Er scheint nichts Höheres zu begehren. Sitzt er, was stets nach den offiziellen Proben der Fall ist, mit den Künstlern und Künstlerinnen beim Bier, scherzt er gern mit ihnen und gefüllt sich dabei in einer gewissen gutmütigen Überlegenheit und Welterfahreuheit.

Ein dritter hat ein zerquältes Gesicht, scharfgefurchte Züge. Einer von denen, die einmal Schiffbruch gelitten und sich dann in dies Leben geflüchtet haben. Einer von denen, die nun nicht ntehr herauskommen, mögen sie sich drum quälen so viel sie wollen.

Drei sehr verschiedene Individualitäten, drei sehr verschiedene Lebensschicksale. Der erste zum Sieger geboren, jedes Hindernis überwindend, stets auswärtsstrebend und auch den Weg noch oben findend. Der zweite be-
        
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