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Das internationale Variété

Full text: Variété und Tingeltangel in Berlin / Buchner, Eberhard

Das internationale Variöts.

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Und doch steht neben dem nationalen heute das internationale Variete. Ein Kunst-, nicht ein Natur-gebilde. Die Kultur, unsere moderne, auf einen Kosmo-politismus großen Stils Hinstrebende Kultur zeichnet dafür verantwortlich. Übrigens verstehe man diese Tendenz zur Internationalist nicht falsch! Es handelt sich dabei keineswegs um eine Elintirtierung der nationalen Momente; im Gegenteil: man wird Piecen finden, bei denen die nationalen Akzente mit ganz besonderer Schärfe gegeben sind. Aber es ist nicht immer der Deutsche, der unter Deutschen, nicht immer der Franzose, der unter Franzosen zu Worte kommt. Das Nationale schlechthin interessiert, ganz abgesehen davon, ob es unsere Nation ist oder eine fremde, die dabei in Frage kommt. Ja, an dieser Stätte hat die fremde sogar den Vorzug.

Ein Produkt modernster Entwicklung. Nur möglich in einer Zeit, in der die Musik eines Grieg in der gesamten Kulturwelt ob der gleichen Gründe, die ihr früher jede Wirkung außerhalb der Heimat unmöglich gemacht hätten, glänzende Triumphe feiert: ob ihrer Norwegizismen. Die Entwicklung, die solche Erscheinungen zeitigte, ist heute noch nicht abgeschlossen. Es erfordert kein absonderliches Prophetengenie, die Vorhersage zu riskieren, daß dem internationalen VariM noch eine große Zukunft Geschieden ist.

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Das Apollotheater hat seine Liebe nicht auf das Varietegenre beschränkt. Es will zweien Herren dienen. Neben der Spezialitätenkunst hat es der Operette Tür und Tor geöffnet. Paul Lincke gehört als integrierender Bestandteil zum Programm des Apollotheaters, und das gibt dem Etablissement seine ganz besondere Note.
        
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