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Der Kretin

Full text: Variété und Tingeltangel in Berlin / Buchner, Eberhard

Der Kretin.

Gin kleines Lokal im Norden Berlins. Außen die marktschreierischen Anzeigen, wie man sie allüberall an diesen Instituten findet. Innen aber ist's gemütlicher, molliger, wohnlicher als in den meisten anderen VarWtäs der Gegend. Die Tische sind enger aneinandergerückt, lauschige Eckplätzchen, Nischenplätzchen sind geschaffen worden, schäbig-elegante Plüschsofas sorgen dafür, daß man sich's halbwegs bequem machen kann. Und noch ein zweites Moment frappiert den Besucher schon beim Eintritt: die Sängerinnen, hier vier Stück an der Zahl, sitzen im Halbkreis ober: auf der Bühne. Auch das Klavier hat dort droben seinen Platz gefunden. Also eine Singspielhalle, ein Caff6 chantant, nicht eigentlich ein Sp ezialitätenth eater.

An dem Bild, das die Bühne bietet, kann man die Genüsse, die der Abend bringen wird, im voraus übersehen und taxieren. Viel wird's nicht werden. Eine lose Bande, so scheint's, die da oben Platz genommen hat. kecke, freche Mädchen mit teilweise schon arg verlebten Zügen, so leger in Haltung und Bewegung, daß man aus den ersten Blick sieht, daß sie nicht gerade gewöhnt sind, ihren Beruf von der künstlerischen Seite zu nehmen.

Ein lustiger, buntgeblümter Stoff schlicht die Bühne nach den aus die Straße hinaus gehenden Fenstern ab. Die Bühne ist schmal genug; Nummer I des vierblättrigen
        
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