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Die Räuberhöhle

Full text: Variété und Tingeltangel in Berlin / Buchner, Eberhard

Die Räuberhöhle. 
3m Südosten! Eine Gegend, in die das Geheimrats- 
töchterlein eigentlich nie hineinschaut, und tut sie es doch 
einmal, dann schmiegt sie sich ängstlich an Slfanta an und 
begreift nicht, daß hier auch Menschen leben und atmen 
können. Wie nur jemand auf den Gedanken kommen 
kann, sich solche Straße zum Wohnen auszusuchen! Eine 
Gegend, in der die Droschkenkutscher sehr rar sind und 
in der man die sauren Gurken zu einem Drittel des 
Preises kauft, wie im eleganten Westen. Fragt man 
nach den: Weg, so wird man aufs freundlichste und höf¬ 
lichste bedient. 3m Westen kennt man diese biedere 
Treuherzigkeit gar nicht. 3ch äußerte einen Zweifel an 
der Zuverlässigkeit der Wegbeschreibung, die mir ein 
munteres StraßenKind gegeben. „Aba ick weeß bet ja 
janz jenau," war die Antwort, „davor bin ick ja Ur- 
berliner." Die Häuser sind grau und öde, aber es tönt 
Sang und Klang von drinnen heraus. 3n den Kneipen 
wird Mandoline gespielt und Zither geschlagen, und fröh¬ 
liche Lieder hört man allerwege. Das mildert die düstere 
Stimmung. 
3n eines der grauen Hänser tret ich ein; vorn Haus¬ 
flur rechts zur Seite ein paar Stnfen hinauf, die erste 
Tür geöffnet: ich bin im Variete. Ein paar Lhanteusen 
sitzen in auffallendem Staat in dem Seitenraum, den es 
zuerst zu durchschreiten gilt, an Tischen mitten unter den
        
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