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Das Vorstadtvariété Nach der Vorstellung

Full text: Variété und Tingeltangel in Berlin / Buchner, Eberhard

Das Vorstadtvariöts.

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schon reichlich vergrämt, vom Leben mitgenommen. Fein und liebenswert war sie immerhin geblieben.

Der Komiker nahm mich sofort in Beschlag. „Ich will Ihnen den Unglücksbries zeigen, der mich stellenlos machte. Wenn es Sie interessiert natürlich nur. Also sehen Sie hier. Es ist ein origineller Kauz, der ihn geschrieben hat, im Grunde aber ein guter Kerl."

Und ich las. In der rechten Ecke oben der Ort und der Name des Vari6t6s, ein höchst imposanter Name. Eine Zeile darunter die Worte: „Vari6t6 ruht, streikt leider mit, weil mutz." Und nun der eigentliche Vries: „Vedaure sehr, daß seit 17. Ianuar 05 jede Lustbarkeit hier verboten ist, und auch der Wirtschaftsschluß abends neun Uhr stattfindet. Seit gestern darf hier kein Brand-wein und Lequeur verkauft werden, nicht im Lokal, auch nicht in Flaschen über die Straße, alles darum, um den Bergleuten zur Besonnenheit zu halten, daß sie zum besten Siege es erreichen, und die Bürgerschaft von nah und fern in Unterstützung Ihre Zuneigung erhält. Sie, werte Familie W., müssen sehen, ein anderes Engement zu bekommen und kann leider nicht angeben, wann hier alles in Ruhe und Ordnung ist; hier ist nur kohlen-Industrie. Ich würde Sie besucht haben, um Sie mal auftreten zu sehen, aber abends gehe ich jetzt nicht gern aus. Die beiden F . . . s (der Name von VarMekünst-lern) haben am 17. 1. 05 bei mir aufhören müssen, sogar mein tüchtiger Pianist, welcher wiederkommen will wenn hier Ruhe ist, schrieb Er heute noch. Hochachtend P. Sch "

Während ich mir dieses Dokument sorgfältig abschrieb, hatte die Gesellschaft wieder neuen Zuzug erhalten. Der Kartenkünstler keilte sich in unsere Reihe ein, ein zweiter Komiker, den ich bisher wenig kennen gelernt hatte, placierte sich neben die Frau des Komikers

Grohstadt-Dokumente 58b. 22.	3
        
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