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Die Zukunft des Variétés

Full text: Variété und Tingeltangel in Berlin / Buchner, Eberhard

96 Großstadt-Dokum. Bd. 22. Varistä u. Tingeltangel in Berlin.

Das köstliche Gefühl der Gesundheit!

Oh, ich sage, dies sind nicht allein Teile und Gedichte des Leibes,

sondern der Seele,

Oh, jetzt sage ich, diese sind die Seele!"

Freilich, ein Mystisches wird diese Kunst immer an sich tragen, ein Dunkles, Ungeklärtes, Unklärbares. Wenn man so will, ist es eine heidnische Kunst. Eine Kunst, in der der unbezähmte Trieb, nicht die Macht, die sich ihm zum Herrn auswerfen will, das letzte Wort behält. Nach christlichem Begriff also vielleicht eine sündige Kunst. Aber gerade darum höchste, unverfälschteste Natur. Wir ahnen heute noch gar nicht, welche Offenbarungen und Bekenntnisse aus dem Pfad dieser Kunst wachsen und reifen können.

Es gilt also Neuland zu entdecken. Die schönste Aufgabe, die einer Zeit blühen kann. Und schon hebt es sich, wenn auch noch undeutlich, unkenntlich aus dem großen Nebel heraus.

Die zweite Gattung: das Volksvari6t6. Die Be-seitigung der schamlosen Dirnenlokale wird zweifellos dazu beitragen, das Badete im allgemeinen in den Augen der Mitwelt auf ein höheres Niveau zu heben. Wer kümmert sich heute um feine Unterschiede! Bangte ist eben Variete. Dann aber wird es anders werden. Die Aufgabe des VolksvariÄes wird man achten lernen.

Ich will natürlich nicht behaupten, daß das VolKs-vari6tß von heute diese Aufgabe schon zur Zufriedenheit erfüllt. Im Gegenteil, da fehlt noch so manches. Aber Ansätze dazu, sogar oft sehr erfreuliche, findet man doch überall. Das Volksvariete ist schon heute vielfach nicht nur eine Stätte der Unterhaltung, auch eine Stätte der Erhebung und künstlerischen Belehrung für den kleinen Mann, eine Stätte, da der Alltag vergessen und überwunden wird. Mag sein, daß einmal die Zeit
        
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