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Full text: Zuhältertum in Berlin / Ostwald, Hans

Schwedische Schicksale und Mnteuer

Elf Erzählungen von

yfagust Strindberg.

AIs die «Schwedischen Schicksale und Abenteuer* im Herbst 1882 in Stockholm zu erscheinen anfingen, las man auf dem Umschlag des ersten Heftes die folgende Anmeldung: «Des Verfassers Absicht ist, in kleinen romantischen Erzählungen Schilderungen aus der Sitten- und Entwicklungsgeschichte des Vaterlandes zu geben, die, obwohl jede für sich stehend, doch dadurch, dass sie nach der Zeit-lolge geordnet sind, ein zusammenhängendes Ganzes bilden werden, wenn die Arbeit abgeschlossen vorliegt.» Der schwedische Dichter hatte sich hier also eine ähnliche Aufgabe gestellt wie etwa der deutsche Gustav Freytag in seinen «Ahnen». Und wie Freytag von den «Bildern aus der deutschen Vergangenheit» zu seinem Romancyklus kam, so Strindberg von seiner Kulturgeschichte «Das schwedische Volk» zu diesem Novellenkreis. Den Plan, chronologisch Novelle an Novelle zu reihen, hat Strindberg natürlich nicht pedantisch durchgeführt; bei einem späteren Neudruck hat er die Einteilung in Jahrhunderte ganz fallen lassen und sich mit dem Untertitel «Erzählungen aus allen Zeiträumen» begnügt. Die hier vorliegende erste Reihe fällt mitten in die sozialistische Epoche Strindbergs, mitten zwischen deren negativen Pol, «Das rote Zimmer» von 1879, und deren positiven Pol, die «Schweizer Novellen» von 1885. Im Laufe der zweiten Reihe verwandelt sich der sozialistische Strindberg in den individualistischen, in den des Romans «Am offenen Meer» von 1890. Die erste Reihe, die in einem Zug zu Hause in Stockholm in ruhigen Verhältnissen und leidlichem Eheglück geschrieben ist, zeichnet sich vor allem durch künstlerisches Gleichmass aus; die zweite Reihe, die unter der schworen Ehekrisis, während des Urnherwanderns im Ausland ruckweise entstand, hat dieses Gleichmass nicht, enthält aber dafür in der «Hexe» und «Tschandala» wohl die genialsten Stücke. In seinem Aufsatz «Strindberg als Kulturhistoriker» sagt ein Fachmann ersten Ranges, der schwedische Kulturhistoriker Nyström: «Strindbergs historische Schriftstellerei ist von der Art, dass sie auf die grosse Menge wirken kann, und er erreicht mit seinen Novellen Unzählige, die andere Historiker nicht erreichen. Die Zeitgemälde sind mit Meisterhand ausgeführt; man sieht in treuen Bildern die so oft kummervollen Züge der Vergangenheit, die Teilnahme für unentwickelte Gemeinden und Individuen erwecken, daneben auch Lust, die Entwicklung zu fördern.» Und Georg Brandes sagt: «Einzelne dieser Novellen sind wohl das künstlerisch Vollendetste, was Strindberg je geschrieben».

Strindbergs «Schwedische Schicksale und Abenteuer» sind für 4 Mk. broschiert und für 5 Mk. gebunden in jeder Buchhandlung

zu haben.

Hermann Seemann Nachf, G. m b. JL, Berlin SW. 11, Tempelhofer Ufer 2/-
        
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