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Zuhälterdienste

Full text: Zuhältertum in Berlin / Ostwald, Hans

Zuhälterdienste.

3n einem der vorausgegangenen Artikel habe ich schon festgestellt, daß die landesübliche Auffassung vom Zuhältertum und den Diensten, die der Zuhälter der Dirne zu leisten hat, eine durchaus verkehrte ist. Der Zuhälter hat nicht als Beschützer der Dirne in einem Nebenraum anwesend zu sein, wenn sie Besuche empfängt. Nur dort, wo es die Dirne mit besonders rohen Elementen zu tun hat, hat der Zuhälter als Beschützer zu wirken. Also bei den Dirnen der öffentlichen Parkanlagen. Selbst die aber gehen nur sehr selten unter dem Schutz eines Zuhälters ihrem Beruf nach. Sie haben ja die beste Waffe bei sich selbst: Die Verweigerung ihrer Dienste.

Schließlich sind doch auch die Besucher meist froh, recht unauffällig und ohne Aussehen zu erregen mit der Prostituierten fertig zu werden. So dürfte sich nur sehr selten der Fall ereignen, daß die Prostituierte in Konflikt mit ihrem Besucher kommt und sie genötigt ist, nach

Hilfe zu rufen.

Das alles geht doch ohne gründlichen Skandal und ohne Auflauf und polizeiliche Intervention nicht ab. Das aber sind Dinge, die ein jeder scheut. —

Und das Bewußtsein, aus diese Weise vor roher Zudringlichkeit geschützt zu sein, genügt der Prostituierten.
        
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