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Zuhältertypen Muttersöhnchen

Full text: Zuhältertum in Berlin / Ostwald, Hans

48 Großstadt-Dokumente Vd. 5. Zuhältertum in Berlin.

der Desttlle nebenan heimkamen, wurden der Mutter, die noch zuschnitt und steppte, die Heldentaten des Jungen erzählt. Sie glänzte übers ganze Gesicht — bis das Söhnchen mal abends nicht heim kam. Es war mit den andern Spielern in ein Lokal gegangen, wo noch gewiegter gespielt wurde — gerade	an einem	Tage,	wo	er

sein Monatsgehalt bei sich trug.

Mutter weinte, als der Junge acht Tage lang fortblieb. Vater holte ihn wieder. Er wurde aus der Lehre entlassen. Aber er hatte jetzt seinen Verus gesunden. Vater freute sich immer noch, daß der Sohn die größten Kniffe im Spiel besser konnte als alle andern. Und Mutter tröstete sich, daß er nicht Konfektionär wurde. Er ging ja anständig gekleidet und sah sesch aus. And dann freute sie sich, daß er nicht so dumm war, ein armes Mädchen zu heiraten; er ging mit der Seiden-Lene, die sich nur in Seide sehen	ließ.

Die vielen Reden von „viel	verdienen"	und	„Geld

ist die Hauptsache!", die er in der Familie und im Geschäft gehört hatte, waren bei ihm aus guten Boden gefallen . . .

Der Kommissar.

In den ganzen Kaschemmen der Nachbarschaft grollte eine tiefe Erbitterung gegen den uniformierten Schutzmann, der fast jeden Tag irgendeines der Mädchen verhaftete. Wie kam er dazu? Dafür waren doch die Geheimpolizisten da.

Eines Abends kam eine Prostituierte aufgeregt in die eine Desttlle:

„Lindmüller is bei der Sachsenliese!"

Es stellte sich heraus, daß der Schutzmann die Mädchen widerrechtlich verhaftet hatte, weil es seine Geliebte, die
        
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