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Zuhältertypen Der Talentierte

Full text: Zuhältertum in Berlin / Ostwald, Hans

Zuhältertypen.	41

Gleich drängten mehrere hinzu und schwärmten von Gustav.

Ich fragte, ob er Zeichner oder Maler gewesen sei.

,,3t) — Zott bewahre — Maschinenschlosser hat er jelernt — un is denn ’rte Weile uff'n Schiff jefahren!"

Sie holten ihn herbei aus einer Hinterstube. Ein großer, geradegewachsener Kerl mit flinken Bewegungen, offenen, scharfen Augen und feingeschnittenem Kinn. Nur der Mund war brutal geradlinig — und das Gebiß stark, aber voll prächtiger weißer Zähne.

Er wußte, daß er zeichnen konnte. Meinte aber resigniert:

„Ah — det bringt ja doch nischt in!..."

Diese düstere Resignation ließ seine Bewegungen erschlaffen, umflorte seinen Blick, brach die scharfen Züge im Gesicht — diese düstere Resignation durchdrang sein ganzes Wesen.---------------------------------------------------

Der Jugendliche.

Gin Gastwirt, der selber Zuhälter gewesen war, besuchte einen Kollegen und traf bei dem eine Dirne, mit der er schon früher geliebäugelt hatte. Sie saß da im Umschlagetuch, ohne Kopfbedeckung, wie eine Arbeiterfrau aus der Nachbarschaft. Ihr Zuhälter, ein junger kräftiger Bursche, stand am Schanktisch, während der Gastwirt sich mit der Dirne herumstritt — zum Gaudium der Anwesenden. Der Gastwirt ließ der Dirne deutlich merken, wie sehr er in sie immer noch verliebt war, wollte sie als Kellnerin zu sich nehmen, ja, ließ erkennen, daß er sie gern heiraten möchte.

„Ich brauch' dich nich!" antwortete die Dirne, „ich habe ja den Hermann!"
        
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