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Zuhältertypen Polenkarl

Full text: Zuhältertum in Berlin / Ostwald, Hans

38 Großstadt-Dokumente Bd. 5. Zuhältertum in Berlin.

sich in dem Zucken der vollen Lippen und in dem manchmal stechenden Blick äußerte, umgab ihn mit einem Schein von Gutmütigkeit und Vonhomie.

Als ich ihn kennen lernte, war er eben nach längerer Abwesenheit von Berlin hierher zurückgekehrt. Seit einigen Tagen lebte er mit einer kleinen, älteren, verwachsenen Person zusammen. Sie war sehr elegant gekleidet, trug kostbare, echte Ringe und sah aus wie die Besitzerin eines gut gepflegten Geschäfts, das eine ansehnliche Rente abwirft. Ihr Gesicht war ein wenig gelblich und knochig. Aber sie verstand es wohl, ihre körperlichen Fehler als Spezialität anzupreisen und auszubeuten. Im ganzen sah sie aus wie eine energische Handelsfrau, die auch mal ein klein wenig was fürs Herz habm will.

Sie mahnte ihn zeitig zum Heimweg.

Und er folgte ihr, hinter ihrem Rücken eine stille Gebärde machend:

Die Alte hat Pinke-Pinke!...

Der Gönner.

„Ach — Herr Rechtsanwalt — da ist so eine dumme Sache!" meinte er, als er dem im Arbeitszimmer gegenüber saß.

„Bitte, bitte! Herr Baron! Ich weiß ja, daß einem im Leben so manches Peinliche begegnet —"

„Ia ja — es ist wirklich peinlich!... Ia — hm — wissen Sie — da habe ich so'n Mädchen kennen gelernt. — Sie können sich ja denken... Na — und nun krieg ich hier den Brief von ihr. Da Sie ist festgenommen und ich soll ihr 'n Rechtsanwalt besorgen ... Ich weiß gar nicht, wie gerade ich dazu komme... Aber — man kann doch auch nicht so sein ..
        
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