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Zuhälters Werdegang Der Straßenhändler

Full text: Zuhältertum in Berlin / Ostwald, Hans

32 Großstadt-Dokumente Bd. 5. Zuhältertum in Berlin.

er einen Schnaps zur Erfrischung. Und da hatte er wieder Durst — und ging wieder mit Lola trinken. Und so ging es fort — Durst — trinken, Durst Bis Lola ihm eines Tages sagte, als er mal aus-geschlafen hatte und ein wenig nüchtern war:

„Na — du, nu is mein Geld aber auch alle!"

„Na — und meins?"

Sie lachte bloß.

Er wollte nach Hause. Ihm fiel ein, daß sein Vater in einer Kneipe nach ihm gesucht hatte. Zu Hause war die Frau — und die beiden Kinder.

Nun aber schämte er sich — und fing wieder an zu trinken. Diesmal wußte er, daß er Lolas Geld vertrank.

Und als sein Vater wiederkam, Verzeihung brachte und ihn mitnehmen wollte, da sagte Lola:

„Wat? Der hat doch Ield von mir jenommen! Der bleibt bei mir — oder ick bringe ihn rin weaen Zuhälterei!"

Der Halbwüchsige.

Seine Kollegen, die andern Lausburschen, hatten ihm vorgeschwärmt, wie keß Mieze sei. Die sage nicht nein. Und dann erzählten sie allerlei Geschichten von ihr . . . Er fieberte, als er das mitanhörte.

Abends trafen sie sich mit ihr am Friedrichshain. Die ganze Nacht zogen sie mit ihr hemm — diese helle Sommernacht. Karl war wie benebelt. Machte alles mit. tanzte mit ihr. Trank von dem gemeinsam gekauften Schnaps. Ging mit ihr hinter den Busch. Lernte die Witze und Lieder von ihr. Schlug den Fritze nieder, als der ihr Haare ausgerissen hatte. Und ging am nächsten Abend wieder nach dem Friedrichshain, anstatt
        
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