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Zuhälters Werdegang Aus achtbarer Familie

Full text: Zuhältertum in Berlin / Ostwald, Hans

24 Großstadt-Dokumente Bd. 5. Zuhältertum in Berlin.

erkauften — oder jene, denen sich das Mädchen für ihr ganzes Leben schenke?

Er erzählte noch manches. Vater und Arzt wurden erst hitzig — dann aber nachdenklich.

Und schließlich wußte es der junge Mann so einzurichten, daß niemand ihn zurückhielt, als er, spät in der Nacht, nach der Friedrichftraße ging. „Er wolle nur einmal sehen, was sie mache. Er müsse sie wenigstens sehen. Sprechen wolle er ja gar nicht mit ihr."

Später erfuhr ich, daß er doch wieder bei dem Mädchen wohnte. . .

Angefangen hatte das so: Sie war im Geschäft gewesen. Er lebte bei seinen Eltern, ohne eine feste Tätigkeit zu haben. Nach einigen Jahren sollte er in das Geschäft des Vaters eintreten.

Da lernte er das Mädchen kennen. Das erste Mädchen, mit dem er in nähere Beziehungen trat. Sie gingen zusammen aus, er besuchte sie. Schließlich verbummelte sie in dem Taumel, der über beide gekommen, ihre Stellung und ging dann auch für ihn, der sich bei ihr eingenistet, auf die Straße. . .

Ihn hatten die Wirrnisse der erwachenden und aufgerührten Geschichtlichkeit aufs falsche Geleise geführt.

Der Soldat.*

Aus einem Tanzboden der Hasenheide hatte er die anrüchige Kleine kennen gelernt, die den lebensprühender: Burschen dadurch an sich zu ketten wußte, daß sie ihn mit Geld unterstützte. Er diente damals in einem Gardekavallerieregiment seine drei Jahre ab und war, bei

* Siehe „Berliner Aachtbilder": .Eingefangen' und Band 1 der Großstadt-Dokumente: „In der Kaschemme".
        
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