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Zuhälters Werdegang Der Junge Arbeiter I.

Full text: Zuhältertum in Berlin / Ostwald, Hans

22 Grotzstadt-Dokurnente Bd. 5. Zuhältertum in Berlin.

Er hatte nie Anlaß zu solchen Ausfällen gegeben. Aber das kränkte ihn nun um so mehr. Und daß sie berechtigt waren! .. .

So lagen sie ihm den ganzen Tag im Sinn.

Und den nächsten auch.

Abends endlich konnte er den Druck von sich abwälzen:

Er erzählte Alma, was ihm geschehen.

„3H — das brauchst du dir nicht gefallen zu lassen!" fuhr es ihr heraus.

Und sie schwatzte ihn in eine Wut gegen den Meister hinein, in der er mit ihr durch die Lokale zog, alles von ihr zahlen ließ, froh war, sich in seiner Gekränktheit anschmiegen zu können — und am nächsten Morgen wieder zu spät kam. Diesmal halb aus Trotz.

Der Meister wurde grob.

Der junge Bursche warf die Arbeit hin — und sie unterstützte ihn . . .

Die vielen Bummeleien mit ihr ließen ihn nicht dazu kommen, sich nach neuer Arbeit umzusehn.

Schließlich — sie wollte ja für ihn sorgen.------------------

Der junge Arbeiter II.

Er hatte sie auf dem Tanzboden kennen gelernt. Hielt sie für eine Putzmacherin oder sowas — sie ging so fesch angezogen. Später merkte er wohl, wer sie war. Aber — er hatte sie nun mal so ehrlich genommen. Und da sie ihn merken ließ, daß er ihr gefiel, sie ihn auch nicht so nahm wie andere Herren, sondern wie ein Verhältnis vorn Tanzboden, so hatte er nichts dagegen, daß sie ihn abends vorn Geschäft abholte.

Da sahen ihn seine Kollegen so merkwürdig an.
        
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